Durch Krankheit, Unfall, Behinderung oder altersbedingte Einschränkungen kann jede Person in die Lage geraten, persönliche und rechtliche Angelegenheiten nicht mehr eigenständig regeln zu können. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme sind nahe Angehörige nicht automatisch vertretungsberechtigt. Besteht keine wirksame Vorsorgevollmacht, bestellt das zuständige Gericht eine rechtliche Betreuung.
Diese Fortbildung vermittelt praxisnah die Grundlagen des Betreuungsrechts und dessen Bedeutung im Pflegealltag. Sie erhalten einen strukturierten Überblick über zentrale Vorsorgeinstrumente wie Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung – sowohl im Hinblick auf die Begleitung von Pflegebedürftigen als auch zur eigenen rechtlichen Absicherung.
Neben der Darstellung der aktuellen Rechtslage werden formale Anforderungen, Zuständigkeiten und Entscheidungsbefugnisse erläutert. Anhand praxisnaher Fallbeispiele und Musterdokumente werden typische Fragestellungen aus dem Pflegealltag aufgegriffen – etwa im Umgang mit Einwilligungen, medizinischen Entscheidungen oder Konfliktsituationen mit Angehörigen. Ziel der Fortbildung ist es, Handlungssicherheit zu vermitteln und rechtliche Risiken im Berufsalltag zu minimieren.
Inhalte:
- Grundlagen und Systematik des Betreuungsrechts
- Aktuelle Reformen im Betreuungsrecht, insbesondere das Ehegattennotvertretungsrecht
- Voraussetzungen und Personenkreis möglicher Betreuer:innen
- Rechte, Pflichten und Verantwortungsbereiche gesetzlicher Betreuer:innen sowie Möglichkeiten der Überprüfung, Änderung oder Aufhebung einer Betreuung
- Abgrenzung und Bedeutung von Vollmacht, Generalvollmacht und Vorsorgevollmacht
- Ablauf und rechtliche Grundlagen des Betreuerbestellungsverfahrens
- Formale und inhaltliche Anforderungen an Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung
- Aufgabenkreise in der rechtlichen Betreuung, insbesondere Vermögenssorge und finanzielle Angelegenheiten, Gesundheitssorge und Einwilligung in medizinische Maßnahmen, Aufenthaltsbestimmung sowie freiheitsentziehende bzw. freiheitsbeschränkende Maßnahmen
- Patientenverfügung: rechtliche Reichweite, Bindungswirkung und Grenzen in der Praxis