Weiterbildung

Betreuungskraft in stationären Pflegeeinrichtungen gem. §§ 43 b, 53 b, 53 c SGB XI

Alle Pflegebedürftigen, die in einer stationären Einrichtung leben und für die einer der Pflegegrade 1 bis 5 bestätigt ist, haben einen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung. Dabei gelten als stationäre Einrichtungen neben den vollstationären Einrichtungen auch Einrichtungen der Kurzzeitpflege sowie teilstationäre Pflegeeinrichtungen (§ 43 b SGB XI).

Ziel dieser zusätzlichen Leistung ist eine verbesserte individuelle, ganzheitliche Betreuung pflegbedürftiger Menschen. Gerade Menschen mit einer dementiellen Erkrankung, geistigen Behinderung oder psychischen Erkrankung benötigen eine besondere Zuwendung. Betreuungskräfte übernehmen hier eine wesentliche Rolle. Sie stehen den Pflegebedürftigen für Gespräche über Alltägliches und ihre Sorgen zur Verfügung. Sie geben den pflegebedürftigen Menschen seelischen Halt und Orientierung. Betreuungs- und  Aktivierungsangebote orientieren sich an den Wünschen, Fähigkeiten und Befindlichkeiten der Pflegebedürftigen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Biografie und dem jeweiligen situativen Kontext. Dabei arbeiten Betreuungskräfte in enger Kooperation mit den Pflegekräften vor Ort.

In der Weiterbildung lernen die Teilnehmer/innen, wie sie den physischen Zustand und die psychische Stimmung der betreuten Menschen positiv beeinflussen können. Dazu gehört, kulturelle und soziale Aktivitäten zu initiieren, Sinnes- und Gedächtnisleistungen zu aktivieren und Bewegungsübungen anzubieten. Neben der Vermittlung von fachlichen Kompetenzen, erlangen die Teilnehmer/innen auch personelle und soziale Kompetenzen.

Umfang der Weiterbildung

Die Weiterbildungsmaßnahme umfasst ein Orientierungspraktikum von 5 Tagen (40 Std.), 4 Wochen Theorie (160 UE; 1 UE = 45 Min.) und ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum (80 Std.). Das Orientierungspraktikum ist nur für Teilnehmer/innen ohne therapeutische oder pflegerische Vorkenntnisse erforderlich; es ist vor der Qualifizierungsmaßnahme in einer vollstationären oder teilstationären Pflegeeinrichtung durchzuführen. Dieses Orientierungspraktikum soll dazu dienen, erste Eindrücke über die Tätigkeit mit betreuungsbedürftigen Menschen zu gewinnen und eine Selbsteinschätzung über die Eignung für eine berufliche Tätigkeit in diesem Bereich vorzunehmen.

Die Präsenzzeit wird in Modulen von montags bis freitags (jeweils von 9.00 bis 16.15 Uhr) bzw. von montags bis mittwochs (Mo – Di jeweils von 9.00 bis 16.15 Uhr und Mi von 9.00 bis 12.15 Uhr) zu je 40 bzw. 20 Unterrichtseinheiten angeboten.

Das zweiwöchige Betreuungspraktikum soll in der Zeit zwischen der 3. und der 4. Seminarwoche in einer vollstationären oder teilstationären Pflegeeinrichtung erfolgen. Im Basiskurs (100 UE – Modul 1 – 3) werden die Grundkenntnisse über Demenzerkrankungen, psychische Erkrankungen, geistige Behinderung sowie typische Alterskrankheiten und Grundkenntnisse der Pflege, der Kommunikation und Interaktion, sowie Erste Hilfe vermittelt. 

Zwischen dem Basiskurs und dem Aufbaukurs findet das Praktikum statt. Im Praktikum können die erlangten Grundkenntnisse im Umgang mit Heimbewohner/ innen, Kommunikation mit anderen Professionen in die Praxis umgesetzt werden. Die Teilnehmer/innen erhalten einen Praxisauftrag, der in der anschließenden Aufbauwoche besprochen wird. 

Im Aufbaukurs (60 UE – Modul 4 – 5) werden die Grundkenntnisse aus dem Basiskurs und den gesammelten Erfahrungen im Praktikum vertieft, Beschäftigung und Freizeitgestaltung bei Bewohner/innen mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen geschult sowie Grundkenntnisse in der Rechtskunde, Hauswirtschaft und Ernährung vermittelt.

 

Ziele der Weiterbildung

Nach Beendigung der Weiterbildung sind die Teilnehmer/innen in der Lage

  • in einer wertschätzenden und personenorientierten Art und Weise mit Menschen mit dementiellen oder psychischen Erkrankungen zu kommunizieren und zu interagieren
  • Betreuungsbedarfe zu erfassen, darauf aufbauend Angebote zu planen und durchzuführen sowie diese fachgerecht zu dokumentieren
  • pflegerische Notfälle zu erkennen und an das Pflegeteam weiterzuleiten, sowie erste Hilfe zu leisten
  • vielfältige Aktivierungs- und Beschäftigungsangebote durchzuführen
  • Grundkenntnisse über Demenzerkrankungen sowie typischen Alterskrankheiten zu erläutern

 

Lehrinhalte der Weiterbildung

  • Grundkenntnisse der Kommunikation und Interaktion unter Berücksichtigung der besonderen Anforderungen an die Kommunikation und den Umgang mit Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen
  • Grundkenntnisse über Demenzerkrankungen, psychischen Erkrankungen, geistige Behinderungen sowie somatische Erkrankungen wie z. B. Diabetes und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparats und deren Behandlungsmöglichkeiten
  • Grundkenntnisse der Pflege und Pflegedokumentation
  • Hilfen bei der Nahrungsaufnahme
  • Umgang mit Inkontinenz
  • Umgang mit Schmerzen und Wunden
  • Hygiene – Hygieneanforderungen im Zusammenhang mit
  • Betreuungstätigkeiten zur Beurteilung der wechselseitigen
  • Abhängigkeiten von Pflege und Betreuung
  • Erste-Hilfe-Kurs – Verhalten beim Auftreten eines Notfalls
  • Umgang mit Ekel, Aggressionen und Konflikten in der Pflege
  • (Aushändigung eines Praxisauftrages)
  • Reflexion des Praktikumseinsatzes und des Arbeitsauftrages
  • Vertiefung der Kenntnisse, Methoden und Techniken über das Verhalten, die Kommunikation und die Umgangsform mit betreuungsbedürftigen Menschen
  • Kommunikation und Zusammenarbeit mit den an der Pflege Beteiligten, z. B. Pflegekräften, Angehörigen und ehrenamtlich Engagierten
  • Rechtskunde:
    Grundkenntnisse des Haftungsrechts, des Betreuungsrechts, Grundkenntnisse der Schweigepflicht und des Datenschutzes sowie der Rechte von hilfe- und pflegebedürftiger Menschen
  • Hauswirtschaft und Ernährungslehre mit besonderer Beachtung von Diäten und Nahrungsunverträglichkeiten
  • Bewegung für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen und / oder mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen
  • Beschäftigungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung für Menschen mit körperlichen  Beeinträchtigungen und / oder mit Demenzerkrankungen

Erforderliche Praktika

Das Praktikum erfolgt in einer vollstationären oder teilstationären Pflegeeinrichtung unter Anleitung und Begleitung einer in der Pflege und Betreuung erfahrenen Pflegefachkraft, um praktische Erfahrungen in der Betreuung von Menschen, insbesondere von Menschen mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen, zu sammeln. Ist in einer stationären Pflegeeinrichtung eine Pflegefachkraft mit einer gerontopsychiatrischen Zusatzausbildung beschäftigt, soll dieser nach Möglichkeit die Anleitung und die Begleitung während des Praktikums übertragen werden. Das Praktikum muss nicht in einem Block absolviert werden, sondern kann zur besseren Vereinbarkeit mit beruflichen und familiären Pflichten auch aufgeteilt werden.

Das Betreuungspraktikum erfolgt in der Zeit vom 23.06. - 04.09.2022

Zielgruppe

Die Maßnahme ist geeignet für lebenserfahrene Personen, die gerne demenzerkrankte und andere Menschen mit erheblicher Beeinträchtigung der Alltagskompetenz betreuen möchten. Formell erworbene und fachliche Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Vorhandene Kompetenzen in pflegerischen, hauswirtschaftlichen, therapeutischen oder künstlerisch-handwerklichen Berufsfeldern können von Vorteil sein.

Auch für Menschen, die eine Eingliederungsmaßnahme anstreben, ist diese Qualifizierung geeignet, um wieder in den Arbeitsalltag integriert zu werden.

 

Hinweise
3 Module (Mo.-Fr., jeweils 9.00 – 16.15 Uhr)
160 Unterrichtseinheiten plus 2 Wochen Betreuungspraktikum
20 Leistungspunkte „Registrierung beruflich Pflegender“
Einzelne Module sind buchbar – sprechen Sie uns an!

 

Modul 1: "Basiskurs Betreuungsarbeit in stationären Pflegeeinrichtungen" (100 UE)  

1. Lehrgangseinheit (5 Tage):  07.03. - 11.03.2022     40 UE  
2. Lehrgangseinheit (5 Tage): 16.05. - 20.05.2022  40 UE
3. Lehrgangseinheit (2 1/2 Tage):  20.06. - 22.06.2022  20 UE

 

Modul 2: "Betreuungspraktikum in einer stationären Pflegeeinrichtung" (2 Wochen)

im Zeitrahmen vom:                          23.06. - 04.09.2022  

 

Modul 3: Aufbaukurs Betreuungsarbeit in stationären Pflegeeinrichtungen" (60 UE)  

1. Lehrgangseinheit (5 Tage):  05.09. - 09.09.2022     40 UE  
2. Lehrgangseinheit (2 1/2 Tage):  10.10. - 12.10.2022  20 UE

 

Ausführliche Informationen in unserer Broschüre „Weiterbildungen 2022“ (siehe S. 78ff)

Seminar

WB 014-22

Leistungspunkte

20

Ort

Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung
Fedelhören 78, 28203 Bremen

Zeitblöcke

Datum Zeit Einlass Raum Ort ReferentInnen
07.–11.03.2022 09:00–18:00 Uhr wird noch bekannt gegeben Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung
16.–20.05.2022 09:00–18:00 Uhr wird noch bekannt gegeben Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung
20.–22.06.2022 09:00–18:00 Uhr wird noch bekannt gegeben Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung
23.06.–04.09.2022 wird noch bekannt gegeben wird noch bekannt gegeben Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung
05.–09.09.2022 09:00–18:00 Uhr wird noch bekannt gegeben Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung
10.–12.10.2022 09:00–18:00 Uhr wird noch bekannt gegeben Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung

Referentin

Ilke Schulte-Guhlke

Gesamtkosten

€ 1.050,00

Veranstalter

Erwin-Stauss-Institut

Fedelhören 78
28203 Bremen

E-Mail: info@esi-bremen.de

Telefon: 0421/3387923
Fax: 0421/3387924


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