Fortbildung

Pflege: Das Leben in Frieden beenden

– Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich –

In der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen stehen wir ihnen in einer äußerst intimen Situation gegenüber. Sie befinden sich in einem Ausnahmezustand. Mit Worten gelangen wir immer wieder an Grenzen – Reden hilft dann nicht mehr weiter oder stört sogar. Victor Hugo hat es sehr treffend in folgende Worte gefasst:

"Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist."

Wenn es gelingt, die jeweils passende Musik zu finden und sie zur richtigen Zeit anzubieten, wirkt Musik in besonderem Maße friedenstiftend und tröstend – auch jenseits von Musiktherapie.

Solche Musik bildet eine Brücke zu der Vergangenheit der Sterbenden im Kontext ihrer schweren Gegenwart. Der Patient kann sich in der Begegnung mit der Musik hemmungsfrei seinen Erinnerungen hingeben, er als Mensch ist der Resonanzkörper und reagiert ohne Sprache ganz unmittelbar. Und – ganz wesentlich: Der Patient wird nicht beschämt, weil er keine physischen oder kognitiven Fähigkeiten braucht. Es wird nichts von ihm erwartet. Sogar Komapatienten können auf diesem Weg erreicht werden.

Auch Nicht-Musiker sind zu solch musikalischer Begleitung in der Lage, sollten jedoch einiges beachten.


Inhalte:

  • Wie finde ich heraus, welche Musik für welchen Menschen passt? – Einführung in die musikalische Biografiearbeit
  • Wie erkenne ich den richtigen Zeitpunkt für Musik? – Der Einsatz von Musik unter Berücksichtigung der Sterbephasen
  • Wie beziehe ich Angehörige / Pflegende / Therapeuten mit ein?
  • Wie kommt es, dass Musik oft das letzte Mittel ist, um am Lebensende Menschen in Frieden miteinander zu bringen?
  • Musik – segensreich auch in der Trauerbegleitung
  • Was mache ich, wenn ich nicht singen kann (oder mich nicht traue)? – Hilfsmittel für die musikalische Begleitung
  • Wirkung von Musik in der Sterbe- und Trauerbegleitung anhand von Fallbeispielen
  • Training der neugewonnenen Kenntnisse und Fertigkeiten
  • Entwickeln und Ausprobieren verschiedener Einsatzmöglichkeiten von Musik für den praktischen Arbeitsalltag
  • Planung der ersten eigenen Schritte zur Integration von Musik in die Arbeit


In diesem Seminar erhalten Sie – auch als musikalischer Laie – musikalisches "Handwerkszeug" für die Begleitung Sterbender und ihrer Familien sowie Trauernder. Sie lernen, wie Sie Musik zum Segen der Menschen in diesen schweren Lebenslagen einsetzen können.

Falls Sie ein Instrument spielen, bringen Sie es gerne mit (z. B. Mundharmonika, Gitarre ...)! Ihr wichtigstes Instrument haben Sie alle dabei: Ihre Stimme.

 

Unterrichtseinheiten: 8 UE

Seminar

FoB 084-19

Leistungspunkte

8

Datum

24.09.2019

Zeit

09:00–16:30 h

Ort

Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung
Fedelhören 78, 28203 Bremen

Leitung

Anke Feierabend

Kosten

€ 120,00

Veranstalter

Erwin-Stauss-Institut

Fedelhören 78
28203 Bremen

E-Mail: info@esi-bremen.de

Telefon: 0421/3387923
Fax: 0421/3387924


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